Entdecken Sie die Karrieremöglichkeiten in Anti-Financial Crime (AFC)

"Die Abteilung gegen Finanzkriminalität (AFC) trägt dafür Sorge, dass die täglichen Geschäfte und die globalen Finanzdienstleistungen der Deutschen Bank nicht kriminell missbraucht werden – im Interesse unserer Bank und der Gesellschaft insgesamt."

Joe Salama
Leiter der Abteilung gegen Finanzkriminalität

Unsere Kolleg*innen erzählen mehr über ihre Arbeit in AFC

Heike arbeitet in AFC Modelling und startete im Sommer 2021, Frankfurt

“Der Einsatz geeigneter Transaktionsüberwachungsmodelle erfordert ein tiefes Verständnis der Finanzkriminalität und der rechtlichen Anforderungen. Mit jeder Verbesserung dieser Modelle erfüllt die Bank nicht nur die aufsichtsrechtlichen Anforderungen, sondern unterbindet auch kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche.”

Fidelius leitet das CAO Management Information & Reporting, Frankfurt

“In AFC zu arbeite gibt eine einzigartige Gelegenheit proaktiv zu sein, in einem schnelllebigen Umfeld zu arbeiten und ist sehr erfüllend, da wir aktiv Einfluss darauf nehmen, wie die Bank und die Gesellschaft vor Finanzkriminalität geschützt werden.”


Diana, Anti Money Laundering (AML) Analyst aus Jacksonville, Florida

„AFC spielt nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der finanzrechtlichen Standards und des Rufs der Deutschen Bank, sondern auch eine Rolle, in der Finanzinstitute danach streben, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in den Bereichen, in denen sie tätig sind, gerecht zu werden."

Anne leitet das AFC Framework Team in London

„Das Arbeitstempo ist hoch und es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen und zur Verbesserung unserer Prozesse und Kontrollen beizutragen.“

Über AFC

Die Deutsche Bank profitiert von der umfassenden Erfahrung und dem enormen Einsatz der Abteilung, die ihre Stärken und Potenziale kontinuierlich einer selbstkritischen Prüfung unterzieht und jede Gelegenheit nutzt, um in sämtliche Aspekte ihrer Zielsetzung zu investieren. Dieses besondere Engagement hilft der Deutschen Bank, sich auf künftige Herausforderungen bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität vorzubereiten.

Um Finanzdelikte wirksam zu bekämpfen und sicherzustellen, dass AFC jederzeit bereit ist, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren, verfügt die Abteilung über eine Matrixstruktur, die Regionen, die Abdeckung von Geschäftsbereichen und eine globale funktionale Abdeckung in all ihren Kernbereichen kombiniert: Die Kernbereiche sind Geldwäschebekämpfung (Anti-Money Laundering), Sanktionen und Embargos, Betrugs-, Bestechungs- und Korruptionsbekämpfung (Anti-Fraud, Bribery & Corruption), Investigations & Intelligence, Monitoring & Screening und Risikobeurteilung (Risk Assessment).

AFC-Schlüsselthemen: Wo AFC etwas bewirkt und bewegt

Geldwäsche

Was ist Geldwäsche?

Geldwäsche ist der Tatbestand, Erlöse aus kriminellen Aktivitäten legitim erscheinen zu lassen und diese Aktivitäten damit zu verschleiern. Mit dieser Zielsetzung bewegen Kriminelle oftmals Gelder über Landesgrenzen und Kontinente hinaus. Nach Angaben der Vereinten Nationen waschen Straftäter jährlich rund 2 Billionen US-Dollar, was etwa 5 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.

Wir bei der Deutschen Bank tragen die Verantwortung, im Kampf gegen diese Art von Missbrauch des Finanzsystems zusammenzuarbeiten. Die Finanzkriminalität hat das ernstzunehmende Potenzial, Leben zu zerstören. Sie zerreißt die Gesellschaft, untergräbt die Integrität des Finanzsystems und destabilisiert die weltweite Sicherheit.

Ein häufig auftretendes Beispiel für Geldwäsche sind moderne Sklaverei und Menschenhandel:

Jedes Jahr werden schätzungsweise 20,1 Millionen Menschen weltweit in Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft gezwungen. Rund 4,8 Millionen Menschen werden jährlich sexuell ausgebeutet, bei schätzungsweise einem von vier Opfern handelt es sich um ein Kind.

In diesen Aktivitäten verwickelte Kriminelle müssen die Erlöse ihrer Straftaten legitim erscheinen lassen, oftmals durch Geldwäsche. Da Straftäter sehr ausgeklügelte und raffinierte Pläne verfolgen, bei denen sie oft auch Banken zum „Waschen“ ihrer Einnahmen nutzen, ist eine erhöhte Sensibilisierung für die Verhinderung und Aufdeckung von Geldwäsche für uns alle bei der Deutschen Bank von größter Bedeutung.

Sanktionen und Embargos

Was sind Sanktionen und Embargos?

Sanktionen und Embargos sind von internationalen Körperschaften, supranationalen Organisationen oder nationalen Behörden vereinbarte und umgesetzte restriktive Maßnahmen zur Eindämmung bestimmter Aktivitäten. Diese können gegen bzw. über bestimmte Länder, Organisationen, Gruppen, Einheiten, Personen, Schiffe, Flugzeuge, Waren oder Ausrüstung wie Massenvernichtungs- und sonstige Waffen verhängt werden.

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet. „Sanktionen“ werden jedoch tendenziell zur Beschreibung von Maßnahmen oder Einschränkungen verwendet, die Personen, Einheiten, Unternehmen und/oder Länder als Ziel haben können. „Embargos“ hingegen werden eher zur Beschreibung autoritärer Maßnahmen, die einem Staat oder Land als Außenhandelsbeschränkung auferlegt werden, herangezogen.

Eine wichtige Risikoart, die mit Sanktionen und Embargos bekämpft wird, ist die Proliferationsfinanzierung.

Die Proliferationsfinanzierung versteht sich als die Zurverfügungstellung von Geldern oder Finanzdienstleistungen zum Erwerb von Massenvernichtungswaffen. Zu diesen gehören chemische, biologische, radiologische und nukleare Waffen sowie ihre Trägersysteme. Dazu gehören auch Finanztransaktionen zur Unterstützung sanktionierter staatlicher Proliferationsorganisationen, die bekanntermaßen Einkommensströme zur Finanzierung von nuklearen Waffenprogrammen zur Verfügung stellen.

Ein weiteres Beispiel, wogegen Sanktionen und Embargos verhängt werden können, ist die Terrorismusfinanzierung. Terroristen benötigen beispielsweise Geld zur Ausbildung, Rekrutierung und Unterstützung anderer krimineller Organisationen. Zur Terrorismus- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung haben die meisten Länder Maßnahmen wie Sanktionen und Embargos umgesetzt.

Je nach Ihrer Rolle in der Bank, können Sie mehr oder weniger mit Handel, Geschäftsvorfällen oder Gegenparteien in Berührung kommen, die Sanktionen unterliegen könnten. Es ist wichtig, dass Sie in der Lage sind, relevante Sanktionsrisiken zu identifizieren und Bedenken an die relevanten Stakeholder weiter zu eskalieren, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Betrug

Was ist Betrug?

Bei Betrug handelt es sich um den Tatbestand, andere zu täuschen oder irrezuführen, um einen persönlichen oder geschäftlichen Vorteil zu erlangen. Sowohl Personen als auch Organisationen können Betrug begehen. Betrug ist eine Straftat, die Gesundheit und Wohlstand jedes Opfers beeinträchtigt. Um unsere Bank und unsere Kunden zu schützen, müssen wir wachsam sein und wissen, wie wir Anzeichen für Betrug erkennen können.

Vorteile im Zuge betrügerischer Handlungen sind nicht immer rein finanzieller Art: Dabei kann es um eine Einladung zu einer begehrten Veranstaltung, eine neue Rolle in einer höheren Position oder eine andere Form von gesteigerter Macht oder Einfluss gehen.

Steuerhinterziehung

Was gehört zum Tatbestand der Beihilfe zur Steuerhinterziehung?

Die Straftat einer Beihilfe zur Steuerhinterziehung kann darin bestehen, jemandem dabei zu helfen, Steuern zu hinterziehen, eine gesetzlich erforderliche Handlung zu unterlassen oder bei einer potenziellen Steuerhinterziehung wissentlich das Auge zuzudrücken. Sowohl Personen als auch Unternehmen können der Steuerhinterziehung schuldig sein oder bei ihrer Durchführung als Komplize handeln.

Jeder Mitarbeitende der Bank ist verpflichtet, die Richtlinien der Bank hinsichtlich der Bekämpfung der Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu befolgen, gleichgültig, wo er/sie beschäftigt ist und ob konkrete Gesetze zur Steuerhinterziehung in seiner / ihrer Gerichtsbarkeit vorliegen.

Bestechung und Korruption

Was sind Bestechung und Korruption?

Der Tatbestand der Bestechung ist das Anbieten eines Anreizes, um eine andere Person dazu zu bewegen, etwas Unrechtmäßiges für Sie zu tun oder Ihnen eine Gegenleistung anzubieten. Bestechungen erfolgen nicht immer in Form von Barmitteln. Jeder Wertgegenstand kann zur Bestechung herangezogen werden – beispielsweise Geschenke, Arbeitsplätze oder Insiderinformationen.

Der Tatbestand der Korruption ist der „Handel mit Einfluss“. Er beruht auf dem Missbrauch einer Position zwecks Begehung einer Straftat. Beteiligen Sie sich nicht an Bestechung oder Korruption – es handelt sich hier um Straftaten.

Kryptowährungen und Cyberkriminalität

Was sind Cyberkriminalität und Kryptowährungen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Finanzkriminalität zunehmend in den digitalen Raum erweitert. Infolgedessen haben Cyberkriminalität und die Verwendung von Kryptowährungen für illegale Aktivitäten zugenommen, und die Banken müssen Wege finden, um solche illegalen Aktivitäten zu verhindern, aufzudecken und zu bekämpfen.

Cyberkriminalität bezeichnet die Nutzung eines Computers für illegale Zwecke und kann die Sicherheit und/oder das finanzielle Wohlergehen einer Person beeinträchtigen. Dabei kann es sich um eine Erweiterung vormals bestehender krimineller Aktivitäten in einen neuen Bereich handeln und hat auch schon zu ganz neuen Arten krimineller Aktivitäten geführt. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung, der weit verbreiteten Nutzung von Technologien und des Übergangs zu vollständig digitalen Plattformen in der Cloud hat sich die Cyberkriminalität zu einer der weltweit wichtigsten Quellen für illegale Einnahmen entwickelt.

Bei Kryptowährungen und anderen virtuellen Vermögenswerten handelt es sich nicht nur um sich zunehmend verbreitende alternative Zahlungsarten; sie werden außerdem häufig von Kriminellen eingesetzt. Die Blockchain-Technologie, mit welcher die meisten Kryptowährungen funktionieren, ermöglicht schnelle, weltweite und überwiegend anonyme Finanzüberweisungen in eine Welt, die weniger reguliert wird und in der Identitäten schwer zu überprüfen sind; daraus ergeben sich Möglichkeiten, den KYC-Grundsatz auszuhebeln. Kriminelle könnten Kryptowährungen beispielsweise zur Geldwäsche, zu praktisch nicht nachvollziehbaren Zahlungen von Lösegeldern oder illegalen Dienstleistungen einsetzen, oder sich an finanzieller Spekulation beteiligen.

Finanzinstitute, die in Krytowährungsmärkten tätig sein werden, haben die Gelegenheit, eine entscheidende Rolle zur verbesserten Transparenz und zur Umsetzung von Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität in einem Blockchain-basierten, von Dezentralisierung und Anonymität geprägten Umfeld zu spielen.

Da sich Menschen und Prozesse – im Gegensatz zur Technologie – stets als Schwachstellen im Bereich Cybersicherheit erweisen, muss das Bewusstsein geschärft werden, Cyber-Risiken zu vermeiden und die Internet-gestützte Finanzkriminalität zu bekämpfen.

Transaktionsüberwachung und Screening

Was ist Transaktionsüberwachung und Screening?

Der Bereich Transaktionsüberwachung (TM) und Screening im Bereich Anti-Financial Crime verantwortet insb. zwei Hauptkontrollen: einerseits die Überwachung von Kundentransaktionen der Deutschen Bank und andererseits die Überwachung des Kundenportfolio.

Der Zweck der Transaktionsüberwachung (TM) im Bereich Anti-Financial Crime besteht darin, ungewöhnliche Kundentransaktionen und -verhaltensweisen zu überwachen und zu untersuchen, um potenzielle Finanzkriminalität zu erkennen. Der Bereich TM bestimmt, ob die von den TM Systemen (unter Verwendung statistischer Modelle) identifizierten Fälle als verdächtig eingestuft werden und entscheidet, ob eine Geldwäsche-Verdachtsmeldung (Suspicious Activity Report, SAR) im Rahmen der erforderlichen Regeln und Vorschriften an die Aufsichtsbehörden gemeldet werden. Darüber hinaus unterstützt der Bereich TM die Geschäftsbereiche bei der Entscheidung, weitere Maßnahmen in Bezug auf Kunden zu ergreifen (z. B. Beendigung der Kundenbeziehung), sofern für diese eine Verdachtsmeldung eingereicht wurde.

Der Bereich Name List Screening (NLS) Global zielt darauf ab, bekannte risikoreiche oder verbotene Beziehungen innerhalb des Kunden- bzw. Mitarbeiter-Portfolios der Bank und Dritter sowie im Kontext potenzieller neuer Kundenbeziehungen zu identifizieren. Dies wird durch die tägliche Überprüfung dieser Parteien anhand von externen Listen, die von offiziellen Quellen (wie z.B. World Check / Dow Jones) bereitgestellt werden, sowie anhand von internen Listen (bzgl. Parteien, die nicht in die Risikobereitschaft der Bank fallen) und anhand von negativen Medienberichten erreicht. Das Screening erfolgt anhand von vier Hauptkategorien: Sanktionen und Embargos, politisch exponierte Personen, negativen Medienberichten und interne Listen.

Eine effektive Transaktionsüberwachung und Screening-Umgebung:

  • stellt Strafverfolgungsbehörden proaktiv, zeitnah und verwendbare Informationen über verdächtige Kundentransaktionen zur Verfügung;
  • liefert wichtige Informationen und Erkenntnisse an die Geschäftsbereiche sowie dem AFC-Management, um zu ermitteln, ob weitere Maßnahmen in Bezug auf Transaktionen oder Kundenbeziehungen, wie z. B. Beendigung der Kundenbeziehung erforderlich sind;
  • ermöglicht es der Bank, ihre Risikobereitschaft in Bezug auf risikoreichere Kunden, Regionen und Produkte besser zu steuern, indem sie eine Risikotypologiebewertung vornimmt.
  • entwickelt und implementiert weltweit standardisierte risikobasierte Ansätze für die Transaktionsüberwachung und das Screening. Dies umfasst Richtlinien, Risikoanalysen, Transaktionsüberwachungs- und dazugehörige Systeme, Rahmenwerke für die Fallbearbeitung, Prozesskontrollen und Managementinformationen.