Das neue Ausbildungskonzept für Bankkaufleute

Tim berichtet über seine Erfahrungen

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Tim hat schon mit 17 Jahren sein Abitur gemacht und danach angefangen zu studieren – erst Finanzmanagement, dann Lehramt Deutsch und Geschichte. Während einer Praxisphase hat er dann gemerkt, dass der Beruf des Lehrers nicht wirklich zu ihm passt, und sich für einen Karriereeinstieg im Banking entschieden. In Hannover absolviert er derzeit seine Ausbildung zum Bankkaufmann. Wir haben ihn gefragt, wie er das neue Ausbildungskonzept erlebt.

Erfahrungen hast du bisher mit dem neuen Ausbildungskonzept gemacht? 

Mein Start bei der Deutschen Bank war gleichzeitig der Start für das neue Ausbildungskonzept, und ich kann es deshalb schlecht mit dem vergleichen, was vorher war, aber natürlich beschreiben, wie es jetzt ist. Am Ausbildungskonzept gefällt mir besonders gut, dass ich mich von Anfang an selbstständig organisieren muss und Eigenverantwortung übernehmen kann. Das Lernprogramm ist anspruchsvoll und erfordert eine große Portion Selbstdisziplin, aber genau das gefällt mir. Durch die Wissenschecks, die immer vor dem abschließenden Seminar eines Theorieblocks absolviert werden müssen, gewinne ich ein gutes Gefühl dafür, was ich kann und ob ich in den vergangenen Wochen die erforderlichen Kenntnisse erworben habe. Toll ist, dass die Theorie immer mit der Praxis verknüpft ist. Alles, was ich selbstständig lerne, kann ich direkt in praxisorientierten Trainings oder in der echten Praxis ausprobieren. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich bin da wohl auch nicht der Einzige – eigentlich alle Azubi-Kolleg*innen, mit denen ich mich austausche, freuen sich darüber, wie viel uns von Anfang an zugetraut wird.  

Wie kommst du mit dem digitalen Lernen zurecht?

Für mich ist das eine gute Sache, auch wenn ich mich sehr darauf freue, meine Mit-Azubis aus der Region, die ich im Moment nur virtuell kenne, irgendwann im Laufe des Jahres auch einmal persönlich bei einem Training zu treffen. Mein Jahrgang war ja von Anfang an virtuell unterwegs, auch die Startwoche war coronabedingt als virtuelles Event organisiert. Das hat gut funktioniert und war für mich eine gute Einstimmung auf den weiteren Lernprozess. Das iPad ist jetzt mein ständiger Begleiter, nicht nur während der Praxisphasen, sondern auch in der Berufsschule, denn bei uns in Hannover gibt es ebenfalls nur noch digitale Fachbücher. Ich finde es sinnvoll, dass Lernen auf diese Weise immer auch mit digitaler Methodenkompetenz verknüpft ist. Man lernt zum Beispiel immer besser, Informationen selbst zu recherchieren und zu bündeln. Und das ist genau das, was auch in der Praxis, bei der Beratung von Kunden oder bei der Vorbereitung von Gesprächen gefragt ist.

Gibt es etwas, das dir an deiner Ausbildung besonders gut gefällt?

Mich hat von Anfang an sehr angesprochen, dass wir gleich zu Beginn nicht nur den weiteren Ablauf der Ausbildung, sondern auch die Perspektiven danach aufgezeigt bekommen haben. Gute Leistung wird honoriert – das ist für mich ein echter Ansporn. Nach meiner ersten Praxisphase ist mein Teamleiter auf mich zugekommen und hat mir gesagt, wie zufrieden er mit meiner Leistung war. „Wenn du so weitermachst in deiner Ausbildung, würde ich mich sehr freuen, wenn du später mal in mein Team kommst.“ Das waren seine Worte – eine tolle Anerkennung, über die ich mich mega gefreut habe.

Das hört sich so an, als ob du dir für deinen weiteren Karriereweg einiges vorgenommen haben?

Ja, schon. Mir ist es wichtig zu wissen, wie es weitergeht und wofür ich lerne. Deswegen finde ich es super, dass wir im Laufe der Ausbildung in verschiedenen Filialen eingesetzt werden, dass ich viele Kolleg*innen kennenlerne und mir ein Netzwerk aufbauen kann. Die Bankenwelt, wie ich sie im Moment kennenlerne, erlebe ich als sehr zukunftsorientiert. Es gibt sehr viele junge Kolleg*innen, und das Berufsbild passt in die Welt von morgen. Für mich trifft die zunehmend digital gestützte Beratungswelt den Nerv der Kunden und passt zur Lebenswirklichkeit. Gerade während der Pandemie erlebe ich, wie wichtig ein verlässlicher und persönlich erreichbarer Bankpartner für viele Menschen ist. Hier in Hannover arbeite ich im Moment in einer der modernsten Filialen Deutschlands, und die Ausnahmesituation hat dazu geführt, dass Prozesse, die ohnehin angepasst werden müssen, jetzt schon live sind und dann vermutlich auch so bleiben. Viele Kundengespräche führen wir zum Beispiel per Skype – und das kommt sehr gut bei den Kunden an.

Also auch in der Ausbildung alle Zeichen auf Zukunft?

Für mich eindeutig ja. Ich denke, dass durch die Neukonzeption die Theorie enger an die Realität heranrückt, und glaube, dass ich damit sehr gut für meinen späteren Berufsweg vorbereitet bin.

Alle Informationen zum neuen Ausbildungskonzept haben wir in einem extra Beitrag zusammengefasst.

Das neue Ausbildungskonzept aus Sicht der Ausbilder? In einem Interview hat Katharina Herrn Bauer, den Leiter Privatkunden in der Filiale in Hannover befragt.