Duales Studium als Karrieresprungbrett:
Vom Wirtschaftsinformatikstudenten zum Managing Director

DB-Insiderin Sofie im Gespräch mit Sebastian Strupp, Managing Director Digital Client Solutions

Seit meinem Abschluss arbeite ich jetzt schon seit einigen Monaten im Team Digital Client Solutions in der Unternehmensbank und habe dort viele ehemalige WI-Studierende im Team. Dazu gehört auch mein Chef, Sebastian Strupp. Er hat ziemlich genau vor 20 Jahren an der Frankfurt School studiert und gehörte damals zum ersten Jahrgang des Programms. Damals noch ein „Alien“ in der Bankenwelt ist er auch heute noch ein überzeugter Wirtschaftsinformatiker. Erst kürzlich wurde er Managing Director – neben dem Vorstand ist das der höchste und verantwortungsvollste Titel, den man in der Bank erreichen kann. Er war von Anfang an bei der Entwicklung von BlueSpace, unserer Software für unsere Geschäftskundenberater*innen dabei und hat den Bereich Digital Client Solutions mitbegründet. Wenn ihr euch für technische Details von BlueSpace interessiert, in der Infobox haben wir ein paar Hintergrundinfos zusammengestellt. Wie stehen die Karrierechancen für WI-Studierende in der Bank und speziell im Bereich Digital Client Solutions? Darüber (und über seinen eigenen Karriereweg) habe ich mich mit Sebastian unterhalten.

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Karriereweg

Du hast ja auch Wirtschaftsinformatik studiert. Hast du dich damals schon als Wirtschaftsinformatiker gesehen oder hat sich dieses Berufsbild für dich erst nach und nach konkretisiert?

Ich bin sozusagen geborener Wirtschaftsinformatiker! Man könnte sagen, dass ich den Weg Wirtschaftsinformatiker in der Bank mit als Erster gegangen bin. Ich war im ersten Jahrgang des Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der Frankfurt School – das Studium war neu. Und für mich war schon vor dem Berufseinstieg Wirtschaftsinformatiker mein Ziel.
Als echter „Frankfurter Jung‘“ hatte ich immer Bezug zu Banken, habe auch schon nach dem Abi ein viermonatiges Praktikum bei der Bank im Handelsraum gemacht und dort das Investmentbanking, insbesondere den Währungshandel kennengelernt. Davon war ich sofort fasziniert. Schon damals war ich irgendwie der Einzige, der gleichzeitig Ahnung vom Bankgeschäft und von IT und Computern hatte. Als Jugendlicher hat man sich damit ja irgendwie spielerisch beschäftigt, aber ich habe mich schon immer fürs richtige Programmieren interessiert. Ich wusste, dass man mit dieser Kombination an Fähigkeiten zu diesem Zeitpunkt ziemlich einzigartig war, und dachte, mit diesem Merkmal bin ich immer gut aufgestellt. Bis heute ist es so, dass die Bank meiner Meinung nach zu wenig dieser Hybridcharakter hat: Viele Mitarbeiter*innen sind entweder in der Bank oder in der IT unterwegs. Auch heute ist die Kombination von beidem immer noch ein gutes Karrierevehikel!

Gibt es weitere Eigenschaften, die dir auf deinem Weg besonders geholfen haben?

Die Neugier, immer wieder neue Dinge zu entdecken und erfahren zu wollen. Ich habe immer alles aufgesaugt, wenn ich die Chance hatte, etwas Neues zu lernen. Als ich zum Beispiel die Leitung für eSales übernommen hatte, habe ich super viel über Zahlungsverkehr gelernt – vielleicht auch mehr, als für die Tätigkeit wirklich notwendig gewesen wäre, aber ich wollte das Zahlungsverkehrsmanagement komplett verstehen. Diese Motivation, Dinge komplett verstehen zu wollen, war für mich einer der wichtigsten Treiber.

Wie blickst du auf deine Studienzeit zurück?

Die ganze Studienzeit war eine spannende Zeit, in der ich viel erlebt und entdeckt habe, aber insbesondere das Auslandssemester ist für mich bis heute ein Highlight. Ich war damals sechs Monate in Neuseeland und zwei Monate in London für mein Auslandspraktikum.
Heute bin ich froh, dass die Doppelbelastung aus Studium und Bank vorbei ist und ich mich zu 100% auf eine Sache konzentrieren kann.

Was ist dir aus deiner ersten Zeit nach dem Studium besonders in Erinnerung?

Ein Highlight für mich war mein erster Kundenbesuch. Ich glaube, das prägt jeden: selbst die Verantwortung übernehmen, beim Kunden sitzen und über das Produkt berichten – und den Kunden/die Kundin dann auch beraten.
Aber das war nur der Anfang. Es gab so viele Höhepunkte, die sich durch die Tätigkeit bei der Bank ergeben haben. Ich durfte z. B. mal einen Kunden in China besuchen und dadurch für die Bank eine Reise nach Singapur und China machen. Ein gutes Beispiel dafür, wie global unsere Bank aufgestellt ist. Und dann natürlich die Anfänge von BlueSpace. Es war schon toll zu sehen, dass die Plattform, die wir in der Bank selbst entwickelt haben, nicht nur kostengünstiger, sondern auch effektiver im Einsatz war als vergleichbare externe Systeme.

Studieren bei der Deutschen Bank

Als ehemaliger WI-Student hast du wahrscheinlich einen besonderen Blick auf diejenigen, die neu anfangen. (Das merke ich jetzt sogar schon bei mir, obwohl mein Abschluss noch gar nicht so lange her ist.) Wie wichtig sind dir persönlich unsere Nachwuchsprogramme konkret in deinem Bereich?

Das ist mir schon seit jeher sehr wichtig! Schon als ich selbst noch im Studium war, habe ich einen Studienkollegen in unser Team, damals noch Zins- und Währungsmanagement, geholt. Bis heute können Studierende Praktika bei uns machen oder ihre IHK-Abschlussarbeiten bei uns realisieren. Ich habe das immer aktiv gefördert und konnte auf diesem Weg auch immer wieder Talente für unseren Bereich gewinnen. Viele übernehmen jetzt auch schon Führungsverantwortung, zum Beispiel indem sie neue Jahrgänge betreuen.
Dass wir heute die Möglichkeit haben, selbst Studierende bei uns im Team auszubilden, ist für mich der nächste wichtige Evolutionsschritt! Das Thema „People und Kultur“ ist die allerwichtigste Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Bereich. Deswegen kümmern wir uns auch aktiv darum, Studierende und Absolvent*innen für uns zu gewinnen – wie zum Beispiel mit unserem neuen Studiengang in Berlin.

Wie schätzt du den künftigen Bedarf an Nachwuchstalenten ein?

Ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft noch viel mehr Wirtschaftsinformatiker*innen in der Bank benötigen. Wir brauchen Leute, die hungrig danach sind, Dinge erfolgreich umzusetzen. Die Spaß, daran haben Dinge zu bauen, zu modellieren und zu erreichen. Am besten Leute, die nicht nur planen, sondern auch umsetzen wollen, und Projekte von Anfang bis Ende betrachten und mitbegleiten können. Sie sollten Spaß daran haben, Verantwortung zu übernehmen und auch mal für das Thema zu stehen.
Dafür ist das Wirtschaftsinformatikstudium einfach prädestiniert, weil die Studierenden Themen in der Breite begleiten können – und das ist genau das, was wir insbesondere in unserem Bereich Digital Client Solutions, aber auch als ganze Bank brauchen.

Ganz kurz noch zum Schluss: Was würdest du jungen Talenten mitgeben, die gerade bei der Deutschen Bank anfangen oder sich bewerben?

Versucht, eine Tätigkeit zu finden, die euch am Ende glücklich macht, eine hohe Zufriedenheit bedeutet und Spaß an der Arbeit bringt. Wenn man morgens aufsteht und sagen kann: „Ich habe einen der geilsten Jobs der Welt“, dann ist das die beste Voraussetzung dafür, erfolgreich zu sein, sich durchzusetzen und vielleicht auch Karriere zu machen. Außerdem sollten die eigenen Lebensziele zum Beruflichen passen – also ein Job, bei dem man sagt, das würde ich auch in meiner Freizeit machen, weil es mir solchen Spaß macht.

Danke, dass Du dir Zeit genommen hast!

Gerne. Ich freue mich, wenn mein Werdegang Inspiration für zukünftige Studierende sein kann!

BlueSpace – eine Erfolgsgeschichte

BlueSpace steht im Zentrum des Bereichs Digital Client Solutions und hat sich zu einem Innovationstreiber für den Bereich (und für die Geschäftsbereiche der Bank) entwickelt. Die Anfänge liegen über zehn Jahre zurück und Bluespace entwickelt sich auch heute noch kontinuierlich weiter. Aus einer Art „Hobby-Projekt“ einiger Mitarbeiter*innen ist etwas ganz Großes geworden: Eine zentrale Anwendung der Unternehmensbank mit einem Millionenbudget – und damit auch ein Beispiel dafür, was in der Bank alles möglich ist! Der Erfolg von BlueSpace steht auf zwei festen Pfeilern: einem fachlichen und einem technischen.

Zeige Inhalt von Fachliche Idee:

  • BlueSpace stellt dem Vertrieb in der Bank ein zentrales System bereit, das die vielfältigen Aufgaben, die im Vertriebsalltag anfallen, unterstützt. Dazu gehören z. B. Customer Relationship Management (Kundenbeziehungen pflegen, Termine vorbereiten und Termine nachbereiten).
  • Unterstützung bei vertriebsrelevanten Aufgaben, wie zum Beispiel Vertriebskampagnen.
  • Kurz: BlueSpace unterstützt überall da, wo durch digitale Lösungen Zeit eingespart werden kann und macht damit die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter*innen effizienter und effektiver und somit auch für Kund*innen besser. Das System kann sich flexibel den wechselnden Vertriebsanforderungen anpassen. Bei der Vielschichtigkeit und Komplexität der Bankprodukte, wechselnden Kundenbedarfen und regulatorischen Anforderungen ist dies ein wichtiger Pluspunkt.

Zeige Inhalt von Technische Idee:

BlueSpace hat seine Wurzeln im Bereich Zins- und Währungsmanagement. Derivate sind Wertpapiere, deren Kursentwicklung von zugrunde liegenden Basiswerten (Aktien, Rohstoffen, Währungen) abhängen, und Derivategeschäfte sind in der Bank am ausführlichsten reguliert. Ausgehend von einem immer weiter wachsenden Excel-Sheet (!) wurde ein Konzept für eine Plattform entwickelt, die es ermöglicht, die klassischen, kostenintensiven Entwicklungszyklen im wahren Wortsinn einzusparen.
Im Kern von BlueSpace liegt der „Builder“, also eine Art eingebauter Baukasten, sodass kleine Änderungen einfach direkt im System umgesetzt werden können, ohne auf ein Release warten zu müssen. Beispiel: Wenn ein Wertpapier-Handelsgeschäftsbogen (WpHG- Bogen) für Kunden generiert und gebaut werden soll, wird nicht einfach das eine Dokument abgebildet, sondern eine Funktion, mit der wir auch später alle möglichen Dokumente generieren können. Ziel ist es, immer eine generische Lösung für spezifische Probleme zu finden.